Professorin Kerstin Keller-Loibl und studentischer Tutor Konrad Sehnert für gute Lehre ausgezeichnet

Die Fakultät Informatik und Medien (FIM) sowie die Fakultät Ingenieurwissenschaften (FING) durften in diesem Jahr jubeln: Prof. Kerstin Keller-Loibl wurde mit dem HTWK-Lehrpreis 2026 ausgezeichnet; ein Sonderpreis für tutorielle Lehre ging an Konrad Sehnert. Damit setzt die Hochschule die Tradition fort, exzellente Lehre und besonderes studentisches Engagement sichtbar zu machen. Beim Posterrundgang im Trefftz-Bau vor der Verleihung stärkte ein Suppenbuffet die Gäste. Von der klassischen Gulaschsuppe bis zur Brokkoli-Cremesuppe war für jeden Geschmack etwas dabei. An den sieben Stationen konnte man die Nominierten direkt zu ihren Lehrkonzepten befragen.
Frau Prof. Kerstin Keller-Loibl wurde für ihr Lehrkonzept “Bibliotheksarbeit mit Kindern und Jugendlichen“ ausgezeichnet. Bereits im Vorjahr war sie für den Lehrpreis nominiert – in diesem Jahr überzeugte ihr Ansatz die Jury endgültig. Laut Prof. Dr. Axel Klarmann eine „unglaubliche Leistung“, nachgewiesen durch durchgehend herausragende Evaluierungsergebnisse. Das Lehrkonzept greift mit modernen Vermittlungsmethoden den massiven Wandel auf, den Bibliotheken in den vergangenen Jahren durchlaufen haben.
Was Lernen alles umfasst, visualisierte Kerstin Keller-Loibl in ihrer Rede anhand einer Wortwolke: Neugierde, Begeisterung und Selbstwirksamkeit gehören für sie untrennbar zum Lernen dazu. Der Fokus ihrer Lehre liegt auf der intrinsischen Motivation, also dem Ziel, dass Studierende etwas wirklich wissen und lernen wollen, statt nur für eine gute Note zu arbeiten. „Nur wenn man selbst begeistert ist, kann man auch andere begeistern“, betonte Keller-Loibl. „Ich will bewusst Hemmungen abbauen und so einen offenen, kreativen Raum schaffen, wo man viel ausprobieren darf, sich austauscht, kreativ Probleme löst und auch aus Fehleinschätzungen lernen darf. Auf diese Weise können Kompetenzen gefördert werden, die angesichts der Herausforderungen im 21. Jahrhundert immer wichtiger werden: kritisches Denken, Kreativität, Kollaboration und die Entwicklung von Problemlösungsstrategien.“
Konrad Sehnert studiert an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und leitet das Tutorium für Technische Mechanik 2, Festigkeitslehre: ein Fach, das unter Studierenden als besonders anspruchsvoll gilt, oft mit hohen Hürden verbunden ist und große Prüfungsangst schüren kann. Sein Lehrkonzept zeichnet sich insbesondere durch eine direkte Orientierung an den Bedürfnissen der Studierenden aus. Während des Tutoriums löst er Aufgaben gemeinsam mit den Studierenden und erstellt die Mitschriften live, sodass die Herleitungen und Lösungswege Schritt für Schritt nachvollzogen werden können. Ergänzend bringt er an passenden Stellen Beispiele aus der Praxis ein, um theoretische Inhalte anschaulicher zu vermitteln. Wichtig sind ihm dabei Übersichtlichkeit, Verständlichkeit und eine einheitliche Organisation. Prof. Dr. Axel Klarmann lobte in seiner Rede, Sehnert verstehe es, „die Studierenden an die Hand zu nehmen“. Sein Lehrkonzept sei „für einen Tutor didaktisch so gut umgesetzt wie von vielen Professoren“. Durch dieses Engagement auf Augenhöhe habe er eine positive Lernatmosphäre geschaffen, die den Studierenden die mathematisch-technischen Hürden genommen habe.
Hintergrund
Bereits zum vierten Mal würdigt die HTWK Leipzig mit dieser Auszeichnung exzellente Hochschuldidaktik. Die Nominierungen gehen dabei fast ausnahmslos auf Initiativen der Studierenden zurück, ergänzt durch Vorschläge aus der Belegschaft. Eine Fachjury wählt aus allen Einsendungen die überzeugendsten Konzepte aus, die sich zunächst dem Publikum im Rahmen des Posterrundgangs vorstellen, bevor die Entscheidung über die Preisträger bekannt gegeben wird. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro dotiert.
Erster Lehrpreisträger war 2023 Physikprofessor Guido Reuther, 2024 ging der Preis an Dr. Volker Gruhne, gefolgt von Prof. Andreas Thor und Tutorin Justyna Daniel im Jahr 2025.
Nominiert für den HTWK Lehrpreis 2026 waren:
- Frau Prof. Kerstin Keller-Loibl (FIM): Bibliotheksarbeit mit Kindern und Jugendlichen
- Frau Dr. Katrin Schubert (MNZ): Mathematik
- Herr Prof. Christian Ide (FIM): SQM „Experimentelle Typografie“
- Herr Dr. Konstantin Weise (FING): Grundlagen der Elektrotechnik
- Frau Prof. Jana Voigt (FB): Stahlbetonbau
- Herr Prof. Steffen Hundt (FWW): Finanzwirtschaft
- Herr Konrad Sehnert (FING): Tutorium Technische Mechanik 2: Festigkeitslehre (Sonderpreis/außerhalb der Wertung)
Zukunftsperspektive
Nach dem Motto „Nach dem Lehrpreis ist vor dem Lehrpreis“, wie Prof. Dr. Axel Klarmann betont, wird auch 2027 der Lehrpreis gute Lehrformate sichtbar machen und den hochschulinternen Austausch über gute Didaktik stärken. Die nächste Preisverleihung findet voraussichtlich im Mai 2027 statt. Studierende können Vorschläge für den nächsten Lehrpreis vom 1. Oktober bis zum 25. November 2026 einreichen, Lehrende können sich bewerben. Voraussetzung für eine Nominierung ist eine curricular eingebundene Lehrveranstaltung aus dem Zeitraum 2025/26.


