Die HTWK Robots reisten Anfang Juni ans CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung
Sie folgten damit der Einladung der dortigen Scientific Computing Group, ihre Arbeit und aktuelle Projekte vorzustellen. Prof. Konrad Schöbel von der Fakultät Digitale Transformation begleitete die HTWK-Robots.
Max Polter, David Schulte und Tobias Jagla von den HTWK Robots gaben einen umfassenden Einblick in die visuelle und akustische Signalverarbeitung – exemplarisch anhand der Fußball-Roboter – , in aktuelle Entwicklungen des Teams in Bezug auf Reinforcement und Imitation Learning von komplexen Bewegungen, Kommunikationsprotokolle und Spielstrategien. Im Kontext der Weltmeisterschaft RoboCup diskutierten sie Roboterfußball als mögliches Standardproblem autonomer Robotik, in dem sich die Vielfalt an Herausforderungen des Forschungsbereichs wiederfindet. Neben theoretischen Ansätzen und Herausforderungen in der praktischen Implementation durfte natürlich auch eine Demonstration am Roboter nicht fehlen: Der K1 Roboter mit dem Namen Ganymed sprintete quer durch den Seminarraum, diesmal sogar fast ganz ohne Kollisionen!
Der Vortrag war mit rund 70 Gästen gut besucht und erzeugte ein positives Echo, was sich auch in der regen Beteiligung an der anschließenden Fragerunde zeigte. Neben technischen Fragen und großem Interesse an diesem – zugegebenermaßen – ungewöhnlichen Forschungsobjekt fanden sich sogar ehemalige RoboCup-Teilnehmer im Publikum. Während ein Teil des Publikums Selfies mit Ganymed schoss, wurde immer wieder der Wunsch nach einem Roboterfußballevent in Genf laut. Tatsächlich ist die diesjährige Weltmeisterschaft im Juli in Korea nicht gerade in der Nähe, aber die nächste Weltmeisterschaft 2027 findet in Nürnberg statt – eine gute Gelegenheit für alte und neue Roboterfußballfans aus Europa, die Roboter in Aktion zu sehen.
Nachdem das elektrische Teammitglied seine Batterien leergelaufen hatte, durften die menschlichen Betreuer im Anschluss noch diverse Laboratorien
besuchen: von den großen Hallen der CERN-Rechner, die die Unmengen an Messdaten in atemberaubenden Tempo verarbeiten, ohne dabei Qualität zu opfern, über das CERN-interne Roboterlabor, welches maßgeschneiderte Inspektions- und Wartungsroboter baut – definitiv ein Highlight der gesamten Reise – zum zentralen Kontrollraum des LHCs – dem Large Hadron Collider, dem weltgrößten und leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger. Der Tag mündete in einem kollegialen Austausch von Erfahrungen und Perspektiven, in dem auch immer wieder deutlich wurde, dass man in diversen Feldern und Ansätzen zur Robotik sogar die gleichen Überlegungen und Strategien verfolgt. Spannende Ansätze und vielleicht auch mögliche Brücken für zukünftige Zusammenarbeit.
